Noémie Regnaut im Gespräch mit Isabelle Mayault, der Autorin von «Garden City», und ihrer Übersetzerin Franziska Baur Egyptian Dreams
Im November erscheint der 25. Band der Anthologie SCÈNE, den das Herausgeberteam Marina Skalova und Frank Weigand diesmal unterschiedlichen Erfahrungen von Marginalität gewidmet hat. Mit in der Auswahl befindet sich «Garden City», das erste Theaterstück der Journalistin und Romanautorin Isabelle Mayault, das am Tag vor dem Militärputsch durch Abdel Fattah al-Sissi in Kairo spielt, mit dem am 3.Juli 2013 der arabische Frühling in Ägypten endete. Die alternde Filmdiva Nadine, der aus Frankreich zurückgekehrte Exilant Ismaël, seine Tochter Rosa, deren Freundin Suzanne und der junge Palästinenser Ahmed werden teils freiwillig teil unfreiwillig in die revolutionären Wirren hineingezogen. Die Theaterwissenschaftlerin Noémie Regnaut, die selbst längere Zeit in Kairo verbracht hat, sprach mit der Autorin und ihrer Übersetzerin Franziska Baur über die lange Arbeit an dem Text, seine biografischen Hintergründe und die Fragen von Perspektive und Privilegien, die er aufwirft.
(von Noémie Regnault)
Ich bin online mit Isabelle Mayault, der Autorin von «Garden City», und mit ihrer Übersetzerin Franziska Baur verabredet: Die eine befindet sich in Genf, die andere in Paris. Isabelle ist eine französische Autorin, die in der Schweiz wohnt, Franziska eine in Frankreich lebende deutsche Übersetzerin und Dramaturgin, und ich eine Deutsch-Französin in Berlin. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs steht jedoch eine vierte Stadt: Kairo. Alle drei waren wir zu unterschiedlichen Zeiten länger dort, und im Laufe des Gesprächs stoßen wir auf gemeinsame Erfahrungen mit der Stadt. Wir sprechen über «Phantomsprache», ägyptisches Kino, Mündlichkeit, post-postdramatisches Theater und vor allem darüber, wie die Kenntnis eines Kontexts sowohl das Schreiben als auch das Übersetzen beeinflusst.
Noémie: Isabelle, Franziska, ihr habt alle beide eine besondere Verbindung zu Ägypten. Könnt ihr mir etwas über eure Beziehung zu diesem Land und insbesondere zu Kairo erzählen?
Franziska: Ich habe in den letzten fünf Jahren aus familiären Gründen ziemlich viel Zeit in Ägypten verbracht. Ich habe nicht wirklich dort gewohnt, aber ich bin oft hin- und hergereist. Und ich habe angefangen, die Stadt sehr zu mögen. Ich kenne Garden City, das Viertel, in dem das Stück spielt, sehr gut – ein leicht heruntergekommenes Art-déco-Viertel, das sich viel von seiner ursprünglichen Ausstrahlung bewahrt hat. Auch deshalb hat es mich sehr berührt, als Frank (Weigand, einer der beiden Herausgeber*innen der Anthologie SCÈNE) mir vorgeschlagen hat, diesen Text zu übersetzen. Beim Übersetzen kam es mir vor, als würde ich reisen, als wäre ich wieder dort.
Isabelle: Ich bin 2012 nach Kairo gekommen und 2015 wieder weggegangen. Ursprünglich wollte ich lieber nach Syrien, aber dann brach dort der Krieg aus, und es war nicht mehr möglich. Ägypten war mein Plan B. Ich war bereits 2010 und 2011 für kürzere Zeit in Kairo gewesen und hatte damals schon erlebt, wie schwierig es ist, dort als Frau auf der Straße unterwegs zu sein; daher war ich nicht besonders begeistert von der Vorstellung. Doch es gab eine Menge Arbeit für Journalist*innen, also sagte ich mir, ich würde es sechs Monate lang probieren.
Und vielleicht liebt man diese Stadt gerade deshalb so sehr, weil es so schwer ist, sich an sie zu gewöhnen. Die Jahre, die ich dort verbracht habe, gehören zu den besten meines Lebens. Es waren extrem ereignisreiche Jahre. Wir waren fast täglich auf Demos, und auch die Nacht wurde zu einem riesigen Freiraum.
Ich bin seit 2015 nicht mehr in Kairo gewesen. Nach allem, was ich dort erlebt habe, konnte ich mir nicht vorstellen, als bloße «Urlaubsreisende» dorthin zurückzukehren. Ich habe über eine Stadt geschrieben, die ich sehr gut kannte, die ich toll fand, aber auch über einen ganz bestimmten Moment in ihrer Geschichte.
Noémie: Und was war der Auslöser dafür, dass du fast zehn Jahre später den Wunsch verspürt hast, zu dieser Stadt und dieser Geschichte zurückzukehren? Hat der Abstand dabei eine Rolle gespielt? Und warum ausgerechnet in Theaterform?
Isabelle: Zunächst einmal glaube ich, es ist gut, den Leuten zu sagen, dass man Zeit braucht, um Texte zu schreiben. An Garden City habe ich etwa zehn Jahre lang gesessen. Ich habe mit dem Schreiben begonnen, als ich in Kairo gelebt habe. 2014 entstand eine erste Fassung, die ich vor Ort mit Freunden gelesen habe. Damals hatte ich überhaupt keine Erfahrung mit Theatertexten.
Das Schreiben fiel mir sehr schwer, weil ich nach einem stimmigen Gleichgewicht zwischen autobiographischen Anteilen und Fiktion suchte. Ich hatte eine Menge Zweifel: an dem, was ich zu sagen hatte, und an meinem Platz in Bezug auf diese Geschichte. Doch als ich später sah, wie der Text reifte, sagte ich mir, dass er immer noch etwas zu erzählen hatte. Vielleicht musste erst ein bisschen Zeit vergehen, damit ich mir schließlich erlauben konnte, ihn als etwas zu betrachten, das es verdiente, abgeschlossen zu werden.
Auf das Theater hat mich, glaube ich, die Art und Weise gebracht, wie die Leute dort sprechen. Ich war bisher noch nicht im Stande, einen Roman zu schreiben, der sich wirklich mit meinen Erfahrungen in der arabischen Welt auseinandersetzt, dabei habe ich viel Zeit in Ägypten und im Libanon verbracht. Irgendetwas von der Mündlichkeit, der Schlagfertigkeit, von der besonderen Art und Weise, wie sich die Leute ausdrücken, funktioniert besser in einer dialogischen Form.
Noémie: Stimmt, beim Lesen von «Garden City» musste ich an ägyptische Kinofilme denken, und besonders an ägyptische Fernsehserien. Etwas an der Charakterisierung der Figuren – von Nadine Mourad, der ehemaligen Filmdiva, bis hin zu Ismaël – sowie bestimmte Situationen haben mich an diese Formen erinnert. Ich musste auch an die Arbeiten von Ahmed El Attar denken, der die Form der Soap Opera mit dem politischen Kontext vermischt.
Franziska, du hast auch gesagt, dass die Szenen dich an Filmsequenzen erinnert hätten, mit einer schnell geschnittenen, fragmentierten Struktur. Hast du diesen Dialog mit der Form des ägyptischen Kinos bewusst angestrebt, Isabelle? Oder kann man von einem Kontext und seinen kulturellen Ausdrucksformen geprägt sein, ohne sich wirklich bewusst zu sein, was einen beeinflusst?
Isabelle: Es ist sehr witzig, dass das beim Lesen so hervorsticht, denn ehrlich gesagt hatte ich beim Schreiben des Stücks nur sehr wenige formale Absichten. Ich war vor allem froh, dass ich auf die Idee gekommen war, dass alles an einem einzigen Tag stattfindet, denn das half mir, die Handlung zu straffen. Ich neige immer dazu, viel zu viel einzubauen, also gab mir das eine ausreichend strenge Vorgabe …
Außerdem erzählte es auch etwas über diese Zeit, in der sich zwischen Morgen und Abend die Lage enorm verändern konnte. Es konnte tatsächlich passieren, dass man in ein Flugzeug steigen musste, und dass innerhalb ein- und desselben Tages alles kippte. Die Vorgabe erzählte also auch etwas über diesen revolutionären Moment.
Die Figur Nadine Mourad dagegen war eindeutig vom Kino inspiriert. Ich hatte zwei ganz konkrete Vorbilder: Leila Mourad, deren Ehemann der Legende nach ihre gemeinsame Wohnung beim Kartenspiel verloren hatte – was im Text wieder auftaucht – und Nadia Lotfi, eine der großen Schauspielerinnen des goldenen Zeitalters des ägyptischen Kinos der 1950er- und 1960er-Jahre, die in der Wohnung über mir in Garden City wohnte.
Aber es ist schon witzig: Manchmal wird man viel stärker beeinflusst, als man denkt, oder man ist sich seiner Einflüsse nicht so recht bewusst. Ich war in Kairo auch oft im Theater. All das ist vermutlich irgendwie in mein Schreiben eingeflossen.
Außerdem habe ich Drehbuchschreiben gelernt, vielleicht spürt man das auch. Ich hatte eher das Gefühl, ich würde etwas extrem Kitschiges und Altmodisches schreiben. Ich lese viel zeitgenössisches Theater und mir ist durchaus bewusst, dass realistisches Erzählen wie in Garden City gerade überhaupt nicht im Trend liegt. Ich schreibe Figuren mit einer Geschichte, einem geografischen Kontext – Ägypten im Jahr 2013 –, und einer sozialen Zugehörigkeit!
Noémie: Gerade weil sich die zeitgenössische Dramatik bekanntlich eher für Erzählformen mit fragmentierter Struktur interessiert, fand ich genau das interessant und originell an deinem Text: Wie du den Figuren sowohl auf politischer als auch persönlicher Ebene eine Entwicklung ermöglichst und sie zwischen mehreren Ländern und Kulturen hin- und herreisen lässt, dass du keine Angst vor Realismus hast und gleichzeitig dem Humor so viel Raum gibst. Selbst wenn man Ägypten nicht kennt, hat man viele Anknüpfungspunkte.
Das bringt mich zum Thema Übersetzung: Franziska, inwieweit hat die Präsenz des Arabischen – die Handlung spielt in Kairo, der Text ist jedoch auf Französisch verfasst und du hast ihn ins Deutsche übersetzt – deine Herangehensweise an das Stück beeinflusst? Hast du bei der Arbeit über diese «Phantomsprache» nachgedacht, die man durch bestimmte Verweise und Ausdrücke hindurch erahnen kann?
Franziska: Da das Stück von einer französischen Autorin auf Französisch verfasst wurde, bin ich herangegangen wie an einen französischen Text, auch wenn es Verweise auf ägyptische Kontexte und einige arabische Ausdrücke gibt. Zusammen mit Frank und Marina (Frank Weigand und Marina Skalova, die Herausgeber*innen der Anthologie SCÈNE) haben wir beschlossen, einige dieser Anspielungen durch kurze Anmerkungen zu erklären.
Beim Übersetzen habe ich vor allem versucht, wiederzugeben, wie unterschiedlich sich die Figuren auf Französisch ausdrücken. Da sind die beiden jungen Französinnen, die erst seit Kurzem in Kairo sind; da ist Ismaël, der in Kairo aufgewachsen ist, in Paris lebt und dreißig Jahre später nach Ägypten zurückkehrt; dann Nadine, eine Schauspielerin aus der Kairener Bourgeoisie, die Französisch in der Schule hatte, und schließlich Ahmed, der Palästinenser, der die Sprache gerade erst gelernt hat. Es gibt also unterschiedliche Beziehungen zur französischen Sprache, die ich ins Deutsche zu übertragen versucht habe. Und wie immer, wenn man für die Bühne übersetzt, muss man die theatralische Dimension berücksichtigen. Man übersetzt, damit der Text von Schauspielern und Schauspielerinnen gesprochen werden kann. Das ist also noch eine weitere Sprache, die es zu berücksichtigen gilt. Hier war das eine echte Herausforderung, da das Stück filmisch und realistisch geschrieben ist.
Bei einigen Anspielungen auf Paris habe ich kleinere Anpassungen vorgenommen, damit ein deutsches Publikum den Kontext verstehen kann. Die größte Anpassung war zweifellos die Arbeit an Hilda, Nadines deutscher Assistentin. Zusammen mit Isabelle, Frank und Marina haben wir lange überlegt und dann gemeinsam beschlossen, dass sie in der deutschen Übersetzung eine englische Assistentin sein könnte. Isabelle hat daher einige Passagen umgeschrieben – manchmal sind solche Momente der «Neuerfindung» unvermeidlich, aber sie können auch sehr lustig werden!
Noémie: Die Spannung zwischen ständiger Entwurzelung und dem Bedürfnis, irgendwo hinzugehören, zieht sich durch das gesamte Stück. Ismaël, Rosas Vater, hat Ägypten verlassen und kehrt nun zurück, obwohl er offensichtlich keine große Lust auf diesen Aufenthalt hat – abgesehen davon, dass er versucht, seine Tochter zur Rückkehr zu überreden –, Rosa ist aus Frankreich weggegangen und in Kairo gelandet, ohne dass man genau weiß, was sie dort sucht; Ahmed, der Palästinenser, lebt in Ägypten, weil er Arbeit braucht; Nadine Mourad hingegen stammt zwar aus Kairo, wirkt aber wie aus der Zeit gefallen, wie das Sinnbild einer vergangenen Epoche – «altmodisch», wie man auf Deutsch sagen würde.
Sie gehört nicht mehr wirklich zur Gegenwart und stellt dennoch weiterhin für alle Figuren einen Bezugspunkt dar. Mir ist aufgefallen, wie das Ende – die Beschleunigung der revolutionären Bewegung – letztendlich über die Entwicklung jeder einzelnen Figur entscheidet. Die Identitätsfrage bei Ismaël, Suzanne, Rosa oder Ahmed wird gewissermaßen durch die Realität geklärt: Alle treffen eine Entscheidung – bleiben oder gehen –, alle müssen Stellung beziehen. Selbst Nadine Mourad verlässt ihre Komfortzone, indem sie ihren Einfluss nutzt, um Ahmed zu helfen – und damit wieder eindeutig einen Platz in der Gegenwart einnimmt.
Isabelle, das knüpft an eine Frage an, die sich meiner Meinung nach auch durch andere Arbeiten von dir zieht: Was suchen bestimmte Figuren in einem Land wie Ägypten? Was projizieren sie darauf? Es geht zwangsläufig um Voyeurismus, um die Lust am Risiko, und darum, sich in einem Kontext aufzuhalten, dem man nicht wirklich angehört.
Isabelle: Ich denke, die Frage, wonach man an einem anderen Ort sucht, ist ziemlich wichtig für das Stück. Und ich glaube, das, was in den letzten drei Jahren in Gaza geschehen ist, hat mich auch veranlasst, die Figur des Ahmed umzuschreiben. Ich sagte mir: im Grunde ist er nach Hause zurückgekehrt. Das ist eindeutig. Irgendwann wird der politische Kontext stärker als alles andere. Die Liebesgeschichte kann dem nicht standhalten. Letztendlich setzt sich die politische Gewalt durch, und alle sehen sich mit Fragen nach dem Wesentlichen konfrontiert. Ich wollte eben nicht in eine Form von Romantik oder Naivität abgleiten, sondern so nah wie möglich an dieser real existierenden politischen Gewalt und ihren Folgen für die Individuen bleiben. Das hat beim Schreiben jedoch einige Zeit in Anspruch genommen; die allererste Fassung war viel melodramatischer!
Franziska: Ich fand es wirklich interessant, dass am Schluss eben kein Happy End kommt. Das Stück endet damit, dass Al-Sissi die Macht ergreift, und in gewisser Weise befinden wir uns immer noch in dieser Situation. Es mündet also in die aktuelle politische Lage, in der sich Ägypten nach wie vor befindet. Es ist wichtig, dass es Stücke gibt, die den Übergang von einer Epoche zur nächsten darstellen. 2013 war auch ein Moment, als viele Ägypter*innen noch Hoffnungen und Träume hatten, daher finde ich es schön, dass man durch diese Figuren die Spuren dieses Augenblicks zurückverfolgen kann – und die Spuren der Stadt zu dieser Zeit, ihre Kraft und Dynamik, von der das Stück ebenfalls erzählt.
Noémie: Ja, ich denke an den Augenblick, als Ismaël irgendwo in der Stadt verschwindet, während die revolutionäre Bewegung an Stärke gewinnt. Man hat wirklich das Gefühl, dass Kairo aus dieser Geschichte nicht wegzudenken ist, mit seiner pulsierenden, dichten Atmosphäre, der Menschenmenge, den Autos, die quer durch die Gegend fahren … Das ist sehr gut erzählt, Isabelle, durch dieses Kammerspiel in Nadines Wohnung, das sich immer mehr beschleunigt und plötzlich alle konkret mit der Gefahr des Todes oder des Verschwindens konfrontiert.
Isabelle: Ganz genau, und angesichts dieser Gefahr – die ich selbst vor Ort gemeinsam mit anderen Journalisten*innen erlebt habe – haben eben nicht alle Figuren die gleichen Möglichkeiten, zu gehen oder zu bleiben. Selbst wenn man aus Frankreich kommt, selbst wenn man seine Privilegien mitbringt, verfügt nicht jede*r über die gleichen Mittel.
Suzanne zum Beispiel ist auf ihr Stipendium angewiesen: Ihr bleibt nichts anderes übrig, sie muss zurück. Rosa hingegen kann es sich leisten, zu bleiben, diese Revolution bis zum Ende mitzuerleben, weiterhin zu träumen und sich noch länger etwas vorzumachen. Und ich glaube, genau das macht Rosa auch ziemlich ambivalent. Sie ist sehr mutig, sie hat viele gute Eigenschaften, aber sie lügt sich selbst etwas vor. Sie kann es sich leisten, viele Dinge auf diesen Ort zu projizieren, gerade weil sie die Möglichkeit hat, dort zu sein, ohne dass ihr Leben vollständig davon abhängt.
Genau diese Widersprüche wollte ich thematisieren und gleichzeitig den Figuren gerecht werden, die nicht die Möglichkeit haben, wegzugehen. Deshalb müssen am Ende zwangsläufig alle auseinandergehen. Doch immerhin haben sie all das gemeinsam erlebt, und das ist immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Isabelle Mayault wurde in Paris geboren und lebt und arbeitet seit 2020 in Genf. Sie ist Autorin von drei Romanen, die bei Gallimard erschienen sind (Une longue nuit mexicaine, La Chouette d’or und Toute la misère du monde). Im Mittelpunkt ihres neuesten Buches stehen die Themen Mutterschaft und Asyl. Isabelle Mayault war fast fünfzehn Jahre lang als Korrespondentin für französische Medien im Nahen Osten, dann in Westafrika und in der Schweiz tätig. Sie berichtete insbesondere über die ägyptische Revolution und die Jahre danach sowie über den Krieg in Syrien und das politische Geschehen im Libanon. Garden City, das an einem einzigen Tag im Sommer 2013 in Kairo spielt, an dem eine Rückkehr der Militärdiktatur droht, ist ihr erstes Theaterstück.
Franziska Baur ist Dramaturgin und Übersetzerin. Zuletzt arbeitete sie mit den Regisseuren David Marton, Arnaud Vrech und Alain Françon. Gemeinsam mit Luc Bénazet übersetze sie zuletzt Briefe, Postkarten und Gedichte von Else Lasker-Schüler und Senna Hoy (P.O.L, 2026). Für den 25. Band der Anthologie SCÈNE hat sie Isabelle Mayaults Stück «Garden City» ins Deutsche übertragen. Sie lebt in Paris.
Noémie Regnaut ist promovierte Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Absolventin der ENS Lyon. Ihre Dissertation «Les Chiffonniers de l’image» («Die Lumpensammler der Bilderwelt»), die sie 2025 an der Universität Paris 3 Sorbonne-Nouvelle verteidigte, befasste sich mit der Verwendung und der Präsenz der Dokumentarfotografie in zeitgenössischen Theatertexten. Derzeit arbeitet sie im Bureau du Théâtre et de la Danse am Institut français in Deutschland und lebt in Berlin.
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