Tote Geschichten

TOTE GESCHICHTEN ist ein früher Text von Bernard-Marie Koltès, der – in der Übersetzung von Almuth Voß – nun erstmals auf Deutsch vorliegt. Koltès inszenierte ihn im Frühjahr 1973 mit dem Théâtre du Quai und verfilmte ihn anschließend unter dem Titel «La nuit perdue». Es ist wohl Koltès´ enigmatischstes, eigenwilligstes Stück. Geschrieben als «Traum einer Figur, die wir nicht kennenlernen», wie es in einer Vorbemerkung des Autors heißt, besteht es aus einer Abfolge vergleichsweise kurzer, stark verdichteter Szenen – den titelgebenden ´Geschichten´. Sie stehen scheinbar unverbunden nebeneinander und spielen doch alle vor dem Hintergrund von Krieg und Gewalt. So entsteht, nach und nach, das Bild einer nachhaltig erschütterten Gesellschaft, in der zwischenmenschliche Beziehungen ebenso unübersichtlich und unsicher geworden sind wie das eigene Selbst.

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