Der mexikanische Theaterübersetzer Humberto Pérez Mortera im Gespräch mit Frank Weigand 800 Euro für ein Buch

Humberto Pérez Mortera ist nicht nur der mexikanische Übersetzer der Texte von Wajdi Mouawad sondern auch selbst Dramatiker. Als Dozent und freier Verleger versucht er seit 20 Jahren in einem Land quasi ohne öffentliche Förderung, Neugier auf Theaterstücke aus dem Ausland zu wecken – oft auf eigenes finanzielles Risiko. Mit Frank Weigand sprach er über Systemunterschiede, Brotjobs und das Jonglieren mit Subventionsgeldern aus dem Ausland.

Pınar Karabulut im Gespräch mit Nina Rühmeier So viel Macht über die Poesie des Textes!

Die Regisseurin Pınar Karabulut wuchs als Kind türkischer Eltern zweisprachig in Mönchengladbach auf. Heute arbeitet sie an Theatern und Opernhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aktuell inszeniert sie »Richard Drei. Miteilungen der Ministerin der Hölle«, eine Shakespeare-Überschreibung der Autorin Katja Brunner, die am 23. April am Schauspiel Köln zur Uraufführung kommt. Ein Gespräch über das Verhältnis zwischen Regie und Übersetzung.

Bobby Theodore im Gespräch mit Frank Weigand «Es ist nicht deine Aufgabe, das Stück besser zu machen»

Bobby Theodore lebt und arbeitet im kanadischen Toronto. Nach einem Studium des Szenischen Schreibens an der National Theatre School in Montreal begann er, Theaterstücke aus dem Québecfranzösischen ins Englische zu übersetzen und ist heute einer der profiliertesten Theaterübersetzer in diesem Bereich. Mit Frank Weigand sprach er über kulturelle Unterschiede innerhalb Kanadas, Produktionsstrukturen, überhetzerische Ethik und seine düsteren Zukunftsprognosen für die Zeit nach der Pandemie.

Mishka Lavigne im Gespräch mit Frank Weigand «Übersetzung ist immer eine Begegnung»

Mishka Lavigne lebt als zweisprachige (Englisch, Französisch) Dramatikerin und Übersetzerin in Gatineau nahe der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Für ihre Theatertexte wurde sie zweimal mit dem renommierten Prix du Gouverneur Général ausgezeichnet. Mit Frank Weigand sprach sie über die Kontaminierung ihrer eigenen Texte durch das Übersetzen, die Eigenarten des kanadischen Fördersystems für Theaterübersetzung, ihre Tätigkeit als Herausgeberin und über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Selbstbild von Kulturschaffenden in Kanada.

Claudius Lünstedt im Gespräch mit Frank Weigand «Übersetzen ist wie das Skelettieren, das Offenlegen eines Textes und seiner Dramaturgie»

Anlässlich der Deutschlandpremiere seiner Übersetzung des Textes «Auf dem Rasen» von dem guineischen Dramatiker Hakim Bah am Theater Osnabrück am 29. Januar sprach der Theaterautor und Übersetzer mit Frank Weigand über die beglückende Erfahrung des Übersetzens, schwer nachvollziehbare Besetzungsprobleme am deutschen Stadttheater und seine Erfahrungen als Dozent für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste.

Leopold von Verschuer im Gespräch mit Frank Weigand «Ein Text, der mir zu viel erzählt, macht mich nervös»

Leopold von Verschuer ist Schauspieler, Regisseur und Theaterübersetzer – und nicht zuletzt seit 1993 die deutsche Stimme und der deutsche Körper des französisch-schweizer Ausnahmedramatikers Valère Novarina. Im Gespräch mit Frank Weigand erzählt er davon, wie er durch die Begegnung mit Novarina erst zum Übersetzer wurde, was Bühnentexte von Prosa unterscheidet und wie er sich als weißer Übersetzer in der aktuellen Debatte um Repräsentation und Legitimation im Übersetzer:innenberuf positioniert.

Bastian Häfner im Interview mit Frank Weigand «Geht vor allem Theater gucken!»

Bastian Häfner ist Leiter des Schauspielbereichs des Berliner Theaterverlags Felix Bloch Erben. Im Gespräch erzählt er von seinem Werdegang und erklärt die Arbeit von Verlagen, die Texte vertreten aber nur selten Bücher machen. Er beschreibt, nach welchen Kriterien ein Programm entsteht und spricht von den Schwierigkeiten, auf die ausländische Stücke im Deutschen Theaterapparat stoßen. Aber vor allem appelliert er an den übersetzerischen Nachwuchs, «neugierig» zu sein und möglichst viel ins Theater zu gehen.

Claudia Hamm im Interview mit Frank Weigand «Schriftlichkeit ohne Mündlichkeit ist wie tot.»

Claudia Hamm war ursprünglich Regisseurin und Dramaturgin an großen Häusern wie dem Wiener Burgtheater. Im Interview mit Frank Weigand erklärt sie, auf welchen Umwegen sie zur Prosaübersetzerin und zur «deutschen Stimme» von Emmanuel Carrère wurde. Gleichzeitig spricht sie über Mündlichkeit auf der Bühne und in der Prosa und über ihre Erfahrung mit dem übersetzerischen Nachwuchs als Mentorin des Goldschmidt-Programm für junge Literaturübersetzer:innen.